easter43 miniatures
/

DDR-Rennwagenmodelle

 







Portrait Monat Juni 2018

48 Jahre Motorsport - Volker Worm


Er war im vorigen Jahr 70 geworden und fühlte sich im besten Alter für den historischen Rennsport. Seit 2010 betreute der Inhaber eines Fahrschul- und Taxibetriebes seinen Sohn Tobias bei dessen erfolgreichen Auftritten im ADAC-Historic-Cup (HAIGO). Am 28. Mai verstarb Volker Worm plötzlich und für alle völlig unerwartet.

1970 hatte er auf AWO und MZ mit Geländesport begonnen und stieg 1973 mit seinem straßen-zugelassenen Trabant in den Automobilsport ein.  Ab 1976 gehörte er zum lebenden Inventar des DDR-Formelrennsports. Auf Anhieb für die Leistungsklasse I qualifiziert, war der unverwechselbare, enthusiastische Sachse von da an nicht mehr aus der Rennsportszene wegzudenken. Zwar immer ein wenig von Pech und technischen Ausfällen verfolgt, fand er sich in vielen nationalen und internationalen Rennen meist im vorderen Mittelfeld. Nicht zuletzt durch seine - im Vergleich - bescheidenen Mittel hielt er nachhaltige Spitzenplatzierungen für wenig realistisch. Trotzwohl schaffte er es vor allem bei einigen Bergrennen auf das Siegerpodest. Als „Rahmenbauer“ für die legendären MT77-Rennwagen genoss er einen ausgezeichneten Ruf. Bis 1990 im Rahmen der DDR-Meisterschaften unterwegs, fuhr der agile Panitzscher noch bis 1994 aktive und erfolgreiche Rennen in der Formel EURO.

Als einer der ganz wenigen hat der leidenschaftliche Motorsportler seinen Lebensweg zu Papier gebracht und dabei ein außerordentlich treffendes Bild des ostdeutschen Rennsports gezeichnet. Auch hat er uns damit einen Blick auf seine eigenen Maxime ermöglicht: „Hinfallen ist keine Schande, aber das Liegenbleiben! Nach diesem Motto habe ich bisher immer gelebt, in den vielen Jahren des Motorsports mit seinen Höhen und Tiefen, aber auch im privaten Leben …“

Dort blieben ihm schlimme Schicksalsschläge leider nicht erspart. Er verlor viel zu früh seinen Bruder Dieter und im Jahr 2008 seine Frau Martina, mit der er über 30 Jahre zusammenlebte und die ihm immer einen häuslichen Rückhalt bot. Seit dieser Zeit war für ihn der Rennsport endgültig zum wichtigsten Lebensinhalt geworden. Gemeinsam mit Sohn Tobias baute er seinen MT77 wieder auf  und ebnete ihm damit den Einstieg in den historischen Rennsport. Seitdem gehörte das Vater-Sohn-Team zu den erfolgreichsten Protagonisten im ADAC-Historic-Cup (HAIGO).

Schockiert über dessen plötzlichen Tod schrieb deshalb der HAIGO-Promoter Stromhardt Kraft sehr treffend: „Wir werden Volker vermissen, seine nie endenden Geschichten, seine Kommentare über alles was gerade auf dieser Welt passierte. Er war ein echter Sportsmann …“


Hendrik Medrow, Juni 2018

Volker Worm hat 2003 seine rennsportliche Laufbahn selbst zu Papier gebracht. Sie wurde in meinem Buch "Von Rennpappe, Easter & Co" abgedruckt. Hier die lesenswerte PDF-Version vom damaligen Manuskript: